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Aufruf: Internetbefragung Angst und Lebensqualität

05.03.10

Liebe Besucherinnen und Besucher der Internetseite

Gerne möchten wir Sie zur Teilnahme an einem internetbasierten Forschungsprojekt (das in der Schweiz, Österreich, Lichtenstein und Deutschland von den Universitätskliniken Zürich und Hamburg durchgeführt wird) zum Thema Angst einladen. Mit unserer Untersuchung, welche Sie unter folgendem Link finden:

http://www.unipark.de/uc/hh_uni_psych_inst_LJ/2a98


versuchen wir den Zusammenhang zwischen verschiedenen Angsterkrankungen und der Lebensqualität näher zu beleuchten. Dabei möchten wir sowohl Personen die in einer Behandlung stehen als auch Personen die bislang keine professionelle Hilfe gesucht haben oder in Selbsthilfegruppen aktiv sind einschliessen. Die Untersuchung ist vollkommen anonym.

 


 
"Deutsche Angst-Zeitschrift" Heft 45 ist da!

 
daz45kl.jpg
      

 

18.08.2009


Die neue Ausgabe der DAZ (Deutsche Angst-Zeitschrift), Heft 45 ist erschienen!

 

Schwerpunkt des neuen Heftes ist diesmal das Thema "Soziale Angststörung II", mit den Hauptartikeln "Selbsthilfe und Selbsthilfegruppenarbeit bei Sozialer Angststörung" und "Leben mit Sozialen Ängsten" - sowie weitere interessante Themen sind in diesem Heft zu finden. Noch mehr über die DAZ und wie sie bestellt werden kann unter 


www.daz-zeitschrift.de

 

 

Heft Nr. 44 - Soziale Angststörung Teil 1,

stellt die Soziale Phobie "als die Angst sich vor anderen zu blamieren" und "wenn wenn es mehr ist als Schüchternheit" dar und beschreibt deren Symptomatik, Verlauf, Ursachen und Behandlungsmethoden:

 daz44mini.jpg
   

 


 
Betroffene für TV-Beitrag Spinnenphobie gesucht
Die HR-Sendung "Service Gesundheit"(Donnerstags 18.50 Uhr) möchte einen Bericht über Spinnenangst/Phobie drehen. Hierfür ist Fernsehredakteurin Claudia Banse in Hessen (Mainz und Umgebung auch ok) auf der Suche nach einem Menschen, der darunter leidet und eine Therapie macht. Schön wäre es, wenn die Therapie noch andauert und der Patient am, 29.10. in unserer Sendung zusammen mit seinem Therapeuten auftritt. Dort soll dann zum ersten Mal dem Patienten eine Vogelspinne über die Hand laufen. Wir würden gerne einen Teil der Therapie drehen, um zu zeigen, wie man diese Angst behandelt. Der Beitrag wird etwa eine Länge von 3-4 Minuten haben.

Sind Sie bereit und möchten gerne mitmachen?
Dann melden Sie sich bei
Claudia Banse, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können Vielen Dank!! 
 
Betroffene von Dysmorphophobie für TV-Beitrag gesucht:
30.09.09

Die WDR-Sendung "frauTV"(Donnerstags 22.00 Uhr) möchte einen sehr sensiblen Bericht über Dysmorphophobie drehen. Hierfür ist Fernsehredakteurin Valentina Uhlmann bundesweit auf der Suche nach einer Betroffenen (Alter: 30 bis 50), die sich selbst falsch wahrnimmt oder falsch wahrgenommen hat. Diese falsche Wahrnehmung kann also auch schon einige Zeit her sein. Der Fernsehbeitrag wird eine etwaige Länge von 5 bis 6 Minuten haben (Drehzeit: max. 6 Stunden) und soll vor allem die Zuschauer aufklären und für dieses Thema sensibilisieren. Sind Sie bereit und möchten gerne mitmachen? Dann melden Sie sich bei
Valentina Uhlmann, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können , Stichwort: "Betroffene für Fernsehbeitrag gesucht". Vielen Dank!!


 
Aufruf Online-Studie Soziale Phobie

04.08.09

Im Rahmen einer Studie zum Thema "Soziale Phobie" an der Universität Bielefeld werden Teilnehmer/-innen für einen Online-Fragebogen gesucht. Dabei interessieren nicht nur die Antworten derjenigen Teilnehmer mit sozialen Ängsten, sondern ebenfalls die Erfahrungen derer, die keine Schwierigkeiten in sozialen Situationen berichten.

Die Daten werden selbstverständlich anonym erfasst und ausgewertet, zudem erhält jeder Teilnehmer die Möglichkeit, an einer Verlosung von Amazon-Gutscheinen teilzunehmen.


Der Link zum Online-Fragebogen lautet:

http://ww3.unipark.de/uc/AE11_Klinische/a46d/


Mit freundlichen Grüßen,

Benjamin Iffland, Dipl.-Psych. & Lisa Sansen, Dipl.-Psych.
Universität Bielefeld
Arbeitseinheit für Klinische Psychologie und Psychotherapie


 
"Deutsche Angst-Zeitschrift" Heft 44 ist da!
 
 daz44kl.jpg                

31.05.2009


Die neue Ausgabe der DAZ (Deutsche Angst-Zeitschrift), Heft 44 ist erschienen!


Schwerpunkt des neuen Heftes ist diesmal das Thema "Soziale Angststörung I".
Theoretische und wissenschaftliche Erkenntnisse zu dieser Form der Angststörung sowie weitere interessante Themen sind in diesem Heft zu finden.

Noch mehr über die DAZ und wie sie bestellt werden kann unter 

www.daz-zeitschrift.de

  

   


 
Aufruf "Frau TV"

An Frauen, die unter Panikattacken leiden: 

Ich heiße Charlotte Schwalb und bin freie Fernsehjournalistin für die Sendung Frau TV des WDR Fernsehens, die jeden Donnerstag (bis auf die Sommerpause) von 22:00 - 22:30 Uhr läuft. Ich habe in meinem Freundeskreis einige Menschen, die unter solchen Angstattacken gelitten haben und noch leiden und habe daher auch miterlebt, wie schwierig es ist, mit diesen Ängsten umzugehen und auch wie hilflos man selbst als Außenstehender dem gegenüber steht.
Deshalb suche ich für einen Filmbeitrag für Frau TV eine Frau aus NRW, die bereit wäre mit mir vor der Kamera über ihre Erfahrungen mit Panikattacken zu reden, über die möglichen Therapien, Medikamente oder was ihr hilft oder geholfen hat, vielleicht sogar mit Einbeziehung von ihren Partnern, Familie oder Freunden.
Intention:  Ich würde gerne einfach begreiflich machen, wie kompliziert das oft ist, sich seiner Umgebung zu erklären, wie Angst auch isolieren kann von der Umwelt und wie schwer es sein kann, einen Weg aus diesen Ängsten heraus zu finden. Aber dass es auch möglich sein kann.

Ich würde mich freuen, wenn Sie sich bei mir melden würden.

Vielen Dank

Herzliche Grüße

Charlotte Schwalb, Freie Fernsehjournalistin

email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Telefon: 0177 / 52 12 92 9


 
"Deutsche Angst-Zeitschrift" Heft 43 ist da!
 
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03.02.2009


Die neue Ausgabe der DAZ (Deutsche Angst-Zeitschrift), Heft 43 ist erschienen!


Schwerpunkt des neuen Heftes ist diesmal das Thema "Tierphobien".  Mehr über über den Subtypus der Spezifischen Phobie und weitere Themen sind in diesem Heft zu finden.

Noch mehr über die DAZ und wie sie bestellt werden kann unter 

www.daz-zeitschrift.de

  

   


 
Aufruf Online-Studie Zahnbehandlungsangst

09.04.09

Liebe Leserinnen und Leser,

Im Rahmen meiner Diplomarbeit an der psychologischen Fakultät der Universität Wien führe ich eine Online-Studie zum Thema Zahnbehandlungsangst durch.


Zu diesem Zweck suche ich Personen ab 16 Jahren, die bereit sind, an der Studie teilzunehmen und an wenig bis viel Angst vor der Zahnbehandlung leiden. Hier können Sie zur Studie Angst vor der Zahnbehandlung gelangen:

http://www.unet.univie.ac.at/~a0308005/php/index.php

In der Studie geht es um die Angst vor der Zahnbehandlung sowie um die Entstehung von und den Umgang mit dieser Angst. Untersucht werden sollen Ihre persönlichen Gedanken und Empfindungen, die Sie in Zusammenhang mit Angst vor der Zahnbehandlung haben.


Sie leisten damit einen bedeutsamen Beitrag zur Erforschung der Zahnbehandlungsangst. Ihre Daten unterliegen selbstverständlich strengster Anonymität und dienen ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken. Die Befragung wird circa 15-20 Minuten in Anspruch nehmen.

Sollten Sie Fragen oder Anmerkungen haben, so können Sie sich gerne an mich wenden!

Vielen Dank für Ihre Teilnahme,

Bernadette Dobes


 
Panikstörungen können zu 90 Prozent erfolgreich behandelt werden
   
Menschen, die unter Panikattacken und Platzangst (Agoraphobie) leiden, können mit einer speziellen Psychotherapie in relativ kurzer Zeit von ihrem Leiden befreit werden. Das belegt eine deutschlandweite Studie, die in diesen Tagen abgeschlossen wird. An dem Projekt war auch das Institut für Psychologie der Universität Greifswald beteiligt. Hier wurden 47 der insgesamt 360 Studienteilnehmer behandelt.
In Deutschland leiden rund 2,5 Millionen Menschen an Panikattacken und Agoraphobie. Rund 70 % der Patienten mit Panikstörungen leiden auch an anderen Erkrankungen (Alkoholabhängigkeit, Phobien, Depression). Rund 28 % sind abhängig von Medikamenten. In der Regel erhalten die Betroffenen erst nach sieben Jahren eine Psychotherapie. "Durch eine Frühintervention könnten wir vielen Patienten viel Leid ersparen und dem Beitragszahler der Krankenkassen auch viel Geld. Aus diesem Grund haben wir an einer Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung teilgenommen. Das Ministerium sah dringenden Handlungsbedarf bei der Erforschung der Effektivität von Psychotherapie. Unser Konsortium mit Dresden, Berlin und Greifswald als Leitzentren wurde mit einer Summe von 3,5 Mio. Euro unterstützt. Davon hat Greifswald ca. 400.000 Euro bekommen." Das erklärt Professor Dr. Alfons Hamm Institut für Psychologie, Universität Greifswald.

Auch wenn die Nachuntersuchungen noch nicht ganz abgeschlossen sind, belegen die Zwischenergebnisse, dass mit einer sechswöchigen Verhaltenstherapie fast 90 Prozent der Patienten geholfen werden kann. Ihnen wird ein langfristig funktionaler Umgang mit Angst vermittelt.
Die Effektstärken der Therapie sind extrem gut. "Wir haben beim Rückgang der selbst beurteilten Angst eine Effektstärke von 2.26 gemessen. Das ist außergewöhnlich gut. Die Betroffenen werden wieder mobiler und sie überwinden ihre Angst vor der Angst, wenn wir sie während der Behandlung gezielt mit der Realität konfrontieren. Das heißt, sie müssen mit dem Bus fahren, ein Kaufhaus besuchen oder allein im Wald spazieren gehen, alles Dinge, die sie lange vermeiden haben, weil sie Angst vor Panikattacken hatten," so Prof. Dr. Alfons Hamm.
Der Psychologe hofft, dass die sehr effiziente Therapie flächendeckend eingeführt wird. So könnte mehr Betroffenen geholfen werden. In Mecklenburg-Vorpommern warten Patienten oft ein Jahr auf eine Behandlung. Außerdem ist die Therapie relativ preiswert.

Weitere Informationen:
Das Krankheitsbild
Eine Panikstörung ist gekennzeichnet durch wiederkehrende Panikattacken, d.h. Episoden von schnell ansteigender Furcht, in Verbindung mit massiven Körpersymptomen (Herzschlagen, Schwitzen, Schwindel usw.) und Befürchtungen, zu sterben, die Kontrolle zu verlieren oder sich bei einer Panikattacke zu blamieren. Während Panikattacken ein häufiges und unproblematisches Phänomen sind, ist die Panikstörung durch Erwartungsangst (Angst vor der Angst) und Versuche, die Angst zu vermeiden (körperliches Schonverhalten, Verzicht auf Kaffee etc.) gekennzeichnet.
Viele Panikpatienten vermeiden in einem zweiten Schritt nach Möglichkeit nicht nur die Angstattacken selbst, sondern auch Situationen in denen sie diesen "schutzlos" ausgeliefert sein könnten (Alleinsein, Menschenmengen, enge Räume, weite Plätze). Dieses Phänomen bezeichnet man als Platzangst bzw. Agoraphobie.
Leider hilft die Vermeidung von Angst nur kurzfristig und alle Versuche, die Angst zu vermeiden führen langfristig zu einem Anstieg der Erwartungsangst.

Verbreitung
In Deutschland sind 3,6 Prozent der Bevölkerung betroffen. Die Störung tritt am häufigsten im Alter von 25-30 Jahren auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. 70 % der Patienten mit Panikstörungen leiden auch an anderen Erkrankungen (Alkoholabhängigkeit, Phobien, 30 - 50% hatten im Verlauf ihres Lebens eine Depression).

Die Therapie im Rahmen der Untersuchung
In einer kompakten Verhaltenstherapie wird den Patienten ein langfristig funktionaler Umgang mit Angst vermittelt. Erst konfrontieren sich die Patienten mit Körpersymptomen und in einem zweiten Schritt mit angstauslösenden Situationen wie Bus, Kaufhaus, Wald, wobei sie Vermeidung (Flucht, Ablenkung oder Sicherheitssignale) unterlassen und die Angst zulassen, bis sie von alleine wieder nachlässt.
Eine medikamentöse Therapie ist für diese Patientengruppe langfristig kontraproduktiv, da dadurch die Funktion von Angstvermeidung aufrechterhalten wird. Besonders Benzodiazepine wie Diazepam oder Faustan können dazu führen, dass das Krankheitsbild chronisch wird. Außerdem bergen sie ein hohes Abhängigkeitspotential.

Das Projekt
Das Gesamtprojekt wurde aufgrund einer Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beantragt. Von 38 Anträgen wurden 5 bewilligt.
Nach Dresden und Berlin ist Greifswald das Zentrum mit den meisten Patienten. In diesem Projekt arbeiten in der Ambulanz des Instituts für Psychologie inzwischen sieben zertifizierte Psychotherapeuten. Alle Therapeuten wurden für die Durchführung diese standardisierte Therapie (manualgesteuert) vom verantwortlichen Zentrum in Dresden geschult. Die Therapien wurden aufgezeichnet und von Dresden begutachtet.

Ergebnisse
Eine Zwischenauswertung zeigt äußerst ermutigende Ergebnisse. Die Effektstärken der Therapie sind extrem gut.
Wir haben beim Rückgang der selbst beurteilten Angst eine Effektstärke von 2.26 (von einem starken Effekt spricht man bei einer Effektstärke von 0.8). Bei der Fremdbeurteilung sieht es sogar noch besser aus (2.8).
- Die Mobilität, welche bei diesen Patienten deutlich eingeschränkt ist, nimmt wieder deutlich zu, wobei hier die Patienten besonders von der Reizkonfrontation in der Realität (Exposition in vivo) profitieren. Die Effektstärke liegt hier bei 1.65.
- Die Therapie wird von den meisten Patienten (90 %) bis zum Katamnese (Nacherhebung nach einem Jahr) durchgeführt. Zehn Prozent Patienten brechen die Therapie ab. Das ist eine sehr geringe Quote.
- Hohe Effektstärken ergeben sich auch bei den sogenannten sekundären Effektvariablen (z.B. Lebensqualität, Depressivität, Arbeitsfähigkeit). So geht neben der Ängstlichkeit auch die Depression deutlich zurück (Effektstärke 0.7). Dies ist insofern wichtig, da viele Patienten routinemäßig antidepressive Medikamente verschrieben bekommen: Die Depressivität geht aber eben auch durch eine adäquate Psychotherapie zurück, wodurch keine antidepressive Medikation mehr erforderlich ist.
- Mit der Therapie können deutliche Kosteneinsparungen erreicht werden. Die Kosten-Nutzen Relation beträgt 1:5,6.

Ansprechpartner für Rückfragen:
Professor Dr. Alfons Hamm
Institut für Psychologie, Universität Greifswald
Franz-Mehring-Str.47, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-3715
Telefax 03834 86-3736
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Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw- 
 
Auslösern von Panikattacken auf der Spur
   
Die Angst zu sterben oder verrückt zu werden, kann eine Panik-Attacke auslösen. Plötzlich kommt es zu Atemnot, Herzrasen, Schweißausbruch oder anderen körperlichen Reaktionen. Sie verschwinden nach etwa 15 Minuten genauso schnell, wie sie ausgelöst wurden. Am Universitätsklinikum Erlangen wird seit September 2008 untersucht, was die Auslöser für die Panik-Attacken sind. Die Vermutung: Patienten mit Panikattacken haben eine starke Empfindlichkeit für CO2-Veränderungen im Gehirn. Jetzt werden betroffene Frauen zwischen 20 und 55 Jahren gesucht, um zu überprüfen, ob die Hypothese stimmt.
Etwa ein bis vier Prozent der Bevölkerung erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Panikstörung. Eine Panikstörung zeichnet sich durch immer wiederkehrende und unerwartete Panikattacken mit intensiver Angst und körperlichen Angstsymptome aus, die mehrere Male innerhalb eines Monats auftreten. Hinzu kommt die Angst vor weiterer Panikattacken und den möglichen Folgen. Diese so genannte Erwartungsangst kann dazu führen, dass Betroffene beginnen, enge Räume, Menschenansammlungen oder weite Reisen zu vermeiden.

Die Psychosomatische und Psychotherapeutische Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen (Leiterin: Prof. Dr. Martina de Zwaan) will mit ihrer Studie den Ursachen für die Panikstörung auf den Grund gehen. In Kooperation mit dem Institut für Physiologie (Direktor: Prof. Dr. Chris­tian Alzheimer) und der Neuroradiologischen Abteilung des Uni-Klinikums (Leiter: Prof. Dr. Arnd Dörfler) werden jetzt Patientinnen mit Panikstörung im Alter zwischen 20 und 55 Jahren gesucht. Die Patientinnen sollten derzeit möglichst keine Medikamente zur Behandlung der Panikstörung einnehmen. Nach einem psychologischen Test werden die Durchblutungsverhältnisse des Hirnstammes im Kernspintomographen von Panikpatientinnen und gesunden Vergleichspersonen während verschiedener Atemmanöver untersucht. Die Studie wird über die Erlanger Johannes und Frieda Marohn-Stiftung finanziert. Infos über Dr. Anja Deinzer, Tel.: 09131/85-45926 oder -34899.

CO2 -Veränderung im Gehirn könnte Panik-Attacke auslösen
Wissenschaftlicher Hintergrund der Untersuchung sind Hinweise, dass Patienten mit Panikattacken eine starke Empfindlichkeit für CO2-Veränderungen im Gehirn haben. Diese veränderte Empfindlichkeit könnte spezifisch für Patienten mit Panikattacken sein und sich von Patienten mit anderen Angsterkrankungen, Depressionen und vor allem von gesunden Probanden unterscheiden. CO2-Veränderungen im Gehirn lassen sich durch gezielte Atemmanöver, wie Luftanhalten und Hyperventilation hervorrufen. Die Studiengruppe möchte diese Atemmanöver im Kernspintomographen untersuchen. Seit 2008 verfügt die Neuroradiologische Abteilung des Uni-Klinikums über ein 3 Tesla-Kernspintomographiegerät der neusten Generation, das die Vorraussetzungen für die Darstellung des Hirnstammes erfüllt und damit erst die Grundlagenforschung in diesem aktuellen wissenschaftlichen Bereich ermöglicht hat.

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 26.000 Studierenden, 550 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel "familiengerechte Hochschule".

Weitere Informationen für die Medien:

Dr. Anja Deinzer
Tel. 09131/8545926
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Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-

 
Neuer Angst-Produzent im Gehirn gefunden
Charité-Forscher klären Rolle des Dopamins

In Stress-Situationen reagieren Menschen oft völlig unterschiedlich. Manche geraten in Panik, andere werden ganz ruhig. Wissenschaftler der Charité - Universitätsmedizin Berlin haben jetzt herausgefunden, weshalb das so ist. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature Neuroscience* erklärt das Team um Prof. Dr. Andreas Heinz und Dr. Thorsten Kienast, Leiter der Arbeitsgruppe biologische Suchtforschung an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Charité Mitte, dass die Fähigkeit, den Botenstoff Dopamin im Gehirn zu speichern, nicht bei allen Menschen gleich ausgeprägt ist.

Dopamin ist ein so genannter Neurotransmitter, der unter anderem zur Motivation beiträgt. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass er auch bei negativen Emotionen wie Angst eine große Rolle spielt. Dieser Prozess spielt sich in zwei wichtigen Abschnitten des Gehirns ab. Ein Schauplatz ist hier die Amygdala, der so genannte Mandelkern, der unterhalb der Hirnrinde verankert ist. Hier wird das Dopamin auch gespeichert. Ebenfalls aktiv ist ein Teil der Hirnrinde, der hintere Teil des so genannten anterioren Cingulums. Hier sind die Funktionen für das Empfinden von Schmerz sowie ein Teil des autobiografischen Gedächtnisses angesiedelt.

Die Forscher verabreichten gesunden Probanden einen Vorläufer des Dopamins. Auf diese Weise kann man den Dopaminvorrat im Mandelkern mit Hilfe des Positronen-Emissions-Tomographen sichtbar machen. In der darauf folgenden kernspintomographischen Untersuchung wurde zusätzlich die Aktivität in bestimmten Hirnregionen gemessen, die an der Bildung von Emotionen beteiligt sind. Die Wissenschaftler zeigten den Teilnehmern der Studie während des Aufenthalts im Kernspin-Tomographen eine Reihe von Bildern, die negative Gefühle wie Angst, aber auch positive oder neutrale Emotionen auslösten.

"Bei den negativen Gefühlen, und nur bei diesen, entdeckten wir, dass der Mandelkern und das anteriore Cingulum miteinander zu kommunizieren schienen", erklärt Kienast. "Beide wiesen parallele Aktivitätsmuster auf." Die Stärke der Aktivität war stets abhängig von der Menge des im Mandelkern vorhandenen Dopamins. "Je mehr Dopamin vorhanden war, desto mehr Angst verspürten die Probanden beim Anblick der Bilder", sagt Kienast. Eine Möglichkeit gab es allerdings, diese Reaktion abzuschwächen. "Bei den Probanden, bei denen der Mandelkern und das anteriore Cingulum intensiv miteinander kommunizieren konnten, wurde die Angst auch dann geringer, wenn sie viel Dopamin produzierten."

Dopamin ist der dritte Botenstoff im Gehirn, der den Mandelkern aktiviert. "Bei Serotonin und Noradrenalin ist dies bereits nachgewiesen", erklärt Prof. Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Diese Erkenntnis über das Zusammenspiel von Dopamin und anteriorem Cingulum in der Kontrolle sowie dem Mandelkern in der Produktion von Gefühlen sei für die Arbeit in der Verhaltenstherapie von großer Bedeutung. "Vor allem Patienten, die auf der Spezialstation für Borderline und suchterkrankte Patienten von Dr. Kienast behandelt werden, könnten durch gezieltere Therapien profitieren", hofft Prof. Heinz. Diese Menschen leiden gleichzeitig an einer Störung der Emotionskontrolle und an Abhängigkeitserkrankungen. Hier bietet nach Prof. Heinz´ Worten der Befund möglicherweise auch einen weiteren Ansatz zur Entwicklung neuer Medikamente.

*Nature Neuroscience Received 16 June; accepted 8 October; Nature Neuroscience, Online-Ausgabe vom 2. November 2008

Kontakt:
Dr. Thorsten Kienast,
FB Biologische Suchtforschung
AG Sucht und Persönlichkeitsstörung
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
t: +49 30 2311 20 60 oder mobil 0170 8383041
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-
 
Nicht allein mit der Angst und Depression - vor und nach der Geburt


Elf Prozent der Mütter leiden in den ersten drei Monaten nach der Geburt unter Angststörungen, sechs Prozent unter Depressionen. Im Gegensatz zu den häufigen Stimmungstiefs innerhalb der ersten Woche nach der Geburt ("Baby-Blues") können Angststörungen oder Depressionen unbehandelt über Monate oder Jahre anhalten. "Psychische Probleme vor und nach der Geburt sind noch immer ein Tabu-Thema", erklärte Dr. Corinna Reck, Leiterin der Mutter-Kind-Einheit in Heidelberg. "Von Müttern wird nach der Geburt erwartet, glücklich zu sein. Betroffene Frauen wollen sich daher häufig niemandem anvertrauen, dadurch verlängert sich ihr Leidensweg."

In der neuen Peripartal-Station des Universitätsklinikums Heidelberg werden Frauen mit Ängsten und Depressionen und ihre Kinder betreut.
Nach der Geburt nur Angst und Trauer statt Mutterliebe: Damit betroffene Frauen vor und nach der Geburt möglichst schnell professionelle Hilfe finden, arbeitet die Mutter-Kind-Einheit an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg nun eng mit der Universitäts-Frauenklinik zusammen. Seit August 2008 gibt es eine Peripartal-Station, die an die Mutter-Kind-Einheit der Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie angegliedert wurde. Dort werden Frauen gemeinsam von Frauenärzten, Psychiatern und Psychologen betreut. Die Heidelberger Peripartal-Station, ist die erste Einrichtung ihrer Art in Deutschland.

Anzeichen schon während der Schwangerschaft erkennen

Besonders gefährdet sind Frauen, die bereits vor der Geburt unter psychischen Problemen litten. "Es ist wichtig, dass Gynäkologen und Hebammen Warnsignale bei Schwangeren erkennen und auch ernst nehmen", sagte Privatdozent Dr. Holger Maul, Leiter der Perinatalmedizin an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. Die Ärzte der Geburtshilfe-Abteilung an der Universitäts-Frauenklinik sprechen ihre Patientinnen auch bei leichten Auffälligkeiten, wie Niedergeschlagenheit oder geäußerter Besorgnis, gezielt an und stellen bei Bedarf den Kontakt zur Mutter-Kind-Einheit her.

Die Heidelberger Mutter-Kind-Einheit ist Anlaufstelle für alle schwangeren Frauen und Mütter, die sich bei psychischen Problemen und bei Schwierigkeiten mit ihrem Kind Unterstützung wünschen. Auf der Peripartal-Station stehen für Schwangere zwölf stationäre Betten sowie zwei teil-stationäre Plätze und für Mütter mit ihren Kindern sechs Plätze zur Verfügung. "Der Bedarf geht aber weit über unsere Kapazitäten hinaus", erklärte Dr. Reck.

Besonders bei Risikoschwangerschaften greift die Rundum-Versorgung auf der Peripartal-Station: Solange es der Gesundheitszustand erlaubt, wird die schwangere Patientin in der Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie untergebracht und von den Gynäkologen der Frauenklinik weiter betreut. Später besuchen sie die Psychologinnen und Ärztinnen der Mutter-Kind-Einheit auf der Schwangeren- und der Wöchnerinnenstation. Anschließend kann sie gemeinsam mit ihrem Kind in die Peripartal-Station der Mutter-Kind-Einheit zurückkehren. So entstehen keine Unterbrechungen in der psychologischen Betreuung.

Heidelberger Therapiemodell fördert Mutter-Kind-Beziehung

Das Heidelberger Therapiemodell konzentriert sich neben der seelischen Gesundheit der Mutter auch auf die gesunde Entwicklung des Kindes. Das eingespielte Team aus Psychologen, Ärzten, Fachpflegekräften für Psychiatrie und Kinderheilkunde, Sozialarbeitern, Musik-, Ergo-, Gestaltungs- und Bewegungstherapeuten unter der Leitung von Corinna Reck gewährleistet eine umfangreiche Betreuung von Mutter und Kind sowie auf die Bedürfnisse der Frauen abgestimmte Behandlungsangebote. Für Schwangere gibt es spezielle Angebote, wie die Körpertherapie, die ihnen helfen eine positive Einstellung zu sich und ihrem ungeborenen Kind zu gewinnen.

"Wir wollen die Frauen in ihrem Mutter-Sein bekräftigen. Viele haben ein sehr negatives Selbstbild und glauben, eine schlechte Mutter zu sein", so Dr. Corinna Reck. Neben den Psychotherapien gibt es Mutter-Kind-Therapien, wie verhaltens- und musiktherapeutische Müttergruppen, Interaktionstherapie, Anleitung zur Baby-Massage und eine Spielgruppe für ältere Kinder. Die Beteiligung der Väter oder anderer Familienmitglieder an der Therapie ist erwünscht.

"Besonders wichtig war für mich, dass immer ein Ansprechpartner da war und dass ich mich mit anderen betroffenen Frauen austauschen konnte. Das hat mir Kraft und Sicherheit für die Zeit nach der Behandlung gegeben", beschrieb die ehemalige Patientin Katja Merly. Die 29-Jährige aus dem hessischen Bürstadt litt nach der Geburt ihrer Tochter unter Depressionen und Panikattacken, kam mit der Situation schließlich nicht mehr zurecht. "Die Therapie hat mir sehr geholfen, ich bin bei mir angekommen."

Mobile Bezugspersonen geben Zuhause Sicherheit

Nach dem Klinikaufenthalt helfen die Mitarbeiterinnen der Mutter-Kind-Einheit im Rahmen des Mobilen Bezugspersonensystems (MBS) den Müttern und Familien dabei, den Alltag mit Kind zu meistern: Eine Bezugsperson aus der stationären Therapie, z.B. eine Krankenschwester, besucht die Patientin bei Bedarf regelmäßig zu Hause. Die Patientin kann nach ihrer Entlassung an Gruppen- und Einzelangeboten des MBS teilnehmen oder die "Mama Care Weekends" besuchen, Wochenendworkshops mit Entspannungstechniken, Selbsterfahrung, und Kreativangeboten, die zweimal im Jahr stattfinden. Seit 2007 können sich betroffene Schwangere und Mütter auch an die Selbsthilfegruppe "Zwickmühle" wenden.

Im Gegensatz zur Wochenbettdepression gibt es nur wenige Untersuchungen zu den Folgen einer Angsterkrankungen nach der Geburt eines Kindes: Daher untersucht das Team der Mutter-Kind-Einheit der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg derzeit in einer Studie, wie die kindliche Entwicklung und frühkindliche Stressreaktionen durch die Angsterkrankung der Mütter beeinflusst werden.


Informationen zur Mutter-Kind-Therapie:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/zpm/psychatrie/pdf/broschuere_jaspers.pdf

Schwangere und Mütter, die an der Studie "Postpartale Angststörungen" teilnehmen möchten, wenden sich bitte an:
Britta Zipser, Ärztin
Psychiatrische Universitätsklinik Heidelberg
Tel.: 06221 / 564420
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können


Mutter-Kind-Telefon:
Tel.: 06221 / 56 34 416
Montag bis Donnerstag von 14 bis 15 Uhr

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-



 

 
"Deutsche Angst-Zeitschrift" Heft 42 ist da!
 
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31.10.2008


Die neue Ausgabe der DAZ (Deutsche Angst-Zeitschrift), Heft 42 ist erschienen!


Schwerpunkt des neuen Heftes ist diesmal das Thema "Tiefenpsychologische Angsttherapien".  Mehr über über die therapeutische Rückschau in die Kindheit und weitere Themen sind in diesem Heft zu finden.

Noch mehr über die DAZ und wie sie bestellt werden kann unter 

www.daz-zeitschrift.de

  

   


 
Angstauslöser im Gehirn entdeckt
01.12.2008

Angsthase oder coole Socke: Wie ängstlich oder mutig ein Mensch ist, hängt unter anderem von bestimmten Abläufen im Gehirn ab. Ein internationales Wissenschaftlerteam unter Beteiligung von Univ.-Prof. Dr. med. Gerhard Gründer, Leiter des Lehr- und Forschungsgebietes Experimentelle Neuropsychiatrie der RWTH, konnte erstmals zeigen, dass bei ängstlichen Menschen eine hohe Dopaminkonzentration im Bereich der Amygdala vorliegt. Dieser so genannte Mandelkern liegt im Schläfenlappen unterhalb der Hirnrinde. Geschürt oder reduziert wird das Angstgefühl zudem durch einen mehr oder weniger intensiven Austausch dieses Gehirnbereichs mit dem anterioren Cingulum. Die neuen Grundlagenforschungsergebnisse, die unlängst in der hochrangigen Fachzeitschrift Nature Neuroscience publiziert wurden, sollen helfen, neue pharmakologische und verhaltenstherapeutische Therapieansätze für Menschen mit Panik- und anderen Angststörungen zu entwickeln.
"Die Erkenntnis, dass Dopamin als Angstauslöser fungiert, ist fundamental neu", berichtet der Aachener Wissenschaftler. Bisher sei dieser Botenstoff - im Volksmund auch Glückshormon genannt - dafür bekannt, bei freudigen Erwartungen eine Rolle zu spielen. Außerdem ist wissenschaftlich bewiesen, dass ein reduziertes Dopaminvorkommen im Hirnstamm die Ursache für die Bewegungsstörungen bei Parkinson-Patienten ist, so der stellvertretende Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Aachen.
Mit Hilfe eines kombinierten Bildgebungsverfahrens gelang es den Wissenschaftlern nun, die Dopaminrelevanz bei Angst zu dokumentieren. "In einem ersten Schritt erhielten unsere Probanden einen Vorläufer des Botenstoffs verabreicht", berichtet der Aachener Psychiater. Diese radioaktive Substanz wird im Körper zu Dopamin umgewandelt - ein neurochemischer Prozess, der im Positronen-Emissions-Tomographen (PET) sichtbar gemacht werden kann und somit die Dopaminkonzentration in der Amygdala zeigte. In einer anschließenden Untersuchung im Kernspintomographen wurden den Probanden angstauslösende Bilder gezeigt und die Reaktion bestimmter Hirnareale auf die Präsentation dieser Bilder gemessen. Außerdem wurde die Neigung der Probanden zur Ängstlichkeit mit Hilfe eines skalierten Fragebogens erfasst. "Uns interessierte die funktionelle Konnektivität zwischen Amygdala und dem anterioren Cingulum im Frontalkortex", erläutert Gründer. Dabei zeigte sich, dass ein intensiver Austausch dieser beiden Hirnareale bei den Probanden eine angstreduzierende Wirkung hatte: "Je stärker die Hirnbereiche miteinander kommunizierten, desto niedriger war die Aktivität der Amygdala bei der Wahrnehmung angstauslösender Reize."
Die gewonnenen Erkenntnisse helfen, die Neurobiologie von Angst besser zu verstehen, um sie gegebenenfalls bei krankhaften Störungen zu regulieren. Auch wenn die Dopaminkonzentration und die Interaktion zwischen Amygdala und anteriorem Cingulum sicherlich genetisch und biografisch geprägt ist: Nach Ansicht des Aachener Psychiaters lässt sich der neurobiologische Regelkreis durch Psychotherapie und Medikamente durchbrechen. "Patienten können in einer Psychotherapie lernen, durch verändertes Verhalten langfristig ihre Angstwahrnehmung zu steuern."

Weitere Informationen bei Prof. Gerhard Gründer, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Aachen, Telefon: 0241/80 89 821

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-

 
Die unerklärliche Angst vor den grusligen Krabblern
27.11.2008
   
Angst vor Spinnen: Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann hat sie. An den bisherigen Erklärungsversuchen für diese weitverbreitete Furcht hatten Würzburger Psychologen ihre Zweifel. Im Experiment konnten sie diese jetzt bestätigen.
Spinnen sind eklig, irgendwie gruselig und ihre Bisse giftig. Kein Wunder, dass ein großer Anteil der Bevölkerung zugibt: "Ich habe Angst vor Spinnen". Aus evolutionärer Sicht könnte diese Angst Sinn ergeben. Spinnen sind Jäger und verabreichen ihren Opfern Gift, das diese lähmt und hilflos macht - allerdings kann dies in der Regel nur Insekten und kleinen Säugetieren gefährlich werden. Wer Angst hat, wird jedoch beim ersten Anblick einer Spinne in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt und kann so möglicherweise dem lähmenden Biss entgehen. Klingt schlüssig und wurde wohl deshalb bisher als Erklärung von vielen Seiten akzeptiert.

Bienen und Wespen sind gefährlicher

Ein Team um den Würzburger Psychologen Georg W. Alpers hatte allerdings Zweifel an der Richtigkeit dieser These: "Wenn das Gift Auslöser für die Angst ist, müssten Menschen eigentlich genauso stark auf andere Tiere reagieren, beispielsweise auf Bienen oder Wespen", sagt Alpers. Tatsächlich stellen die Insekten für Menschen eine sehr viel realere Gefahr dar als Spinnen: Ihr Stich kann eine tödlich verlaufende allergische Reaktion auslösen; und selbst ein gesunder Mann wird es nicht überleben, wenn ein Bienenschwarm auf ihn losgeht und 500- bis 1000-mal zusticht.

Alpers und seine Mitarbeiterin Antje Gerdes und die Biologin Gabriele Uhl, die an der Universität Würzburg den Lehrstuhl für Zoologie vertrat, wollten deshalb wissen, ob Menschen allgemein Furcht verspüren, wenn sie auf die "grusligen Krabbler" stoßen, ob dies nur für giftige Arten gilt - oder ob Spinnen einzigartig sind, wenn es darum geht, Angst hervorzurufen. Dazu präsentierten sie Studierenden Bilder von Spinnen, Wespen, Bienen, Käfern, Schmetterlingen und Motten und befragten sie danach, wie sehr sie sich vor den Tieren fürchteten oder ekelten und für wie gefährlich sie diese hielten.

Spinnenangst und -ekel sind einzigartig

Ergebnis: "Spinnen riefen signifikant mehr Angst und Ekel hervor als die anderen Tiere", so Alpers. So wie Angst vor Gefahr schützt, schützt Ekel vor Vergiftung durch Verdorbenes. Das würde erklären, dass manche sich vor Käfern ekelt. Tatsächlich übertrifft aber in der Studie der Ekel vor Spinnen bei weitem den Ekel vor Käfern.

Gleichzeitig stuften die Teilnehmer Spinnen als deutlich gefährlicher ein als Bienen, Käfer oder Motten. "Spinnenangst ist also tatsächlich spinnenspezifisch", so der Schluss des Psychologen. Und: "Die mögliche Gefahr, die von einer Tierart für den Menschen ausgeht, reicht als Grund alleine nicht aus, um solche Ängste zu erklären, wie wir sie im Fall der Spinnen finden."

Die Gewöhnung an Stiche vermindert die Angst

Wieso aber nur Spinnen Angst auslösen, Bienen jedoch nicht, dafür gibt es mehrere Erklärungsmöglichkeiten. Eine lautet: "Weil Menschen mit Bienen mehr Erfahrungen haben als mit Spinnen, da sie schon immer am Honig interessiert waren", sagt Antje Gerdes. Zu diesen Erfahrungen gehört es zwar auch, hin und wieder gestochen zu werden. Das ist aber nur von Vorteil: "Auf diese Weise konnten die Menschen die Erfahrung machen, dass Bienenstiche in der Regel nicht zum Tod führen. Die Gewöhnung hat zur Folge, dass Angst zurückgeht", so die Psychologin.

Anders bei den Spinnen: Weil einfach nicht genug Menschen von den Krabblern gebissen werden, fehlt es an der Erfahrung, dass diese Bisse vergleichsweise harmlos sind.

Spiders are special: fear and disgust evoked by pictures of arthropods. Antje B.M. Gerdes, Gabriele Uhl, Georg W. Alpers. Evolution and Human Behavior, DOI: 10.1016/j.evolhumbehav.2008.08.005)

Kontakt: PD Dr. Georg W. Alpers, T: (0931) 31-2840, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw- 
 
Psychotherapie für alle psychisch Kranken!
01.11.08
 
Psychotherapien helfen effizient gegen seelische Erkrankungen - und zwar umso besser, je eher damit begonnen wird. Darauf weist der Leiter der Marburger Psychotherapie-Ambulanz Professor Dr. Winfried Rief in einem Aufsatz hin, der Ende November als Editorial der Zeitschrift "Verhaltenstherapie" erscheint. Der Psychologe bezieht sich dabei auf aktuelle Ergebnisse aus Großbritannien.

"Psychotherapie ist bei Depressionen oder Angststörungen kurzfristig mindestens so erfolgreich wie eine medikamentöse Behandlung, langfristig sogar oft erfolgreicher", betont Rief. Während eine Pharmakotherapie jedoch jedem psychisch Kranken zur Verfügung steht, bekommen in Deutschland mehr als 80 Prozent der psychisch Kranken keine Psychotherapie. Für einen Therapieplatz muss man mit einer relativ langen Wartezeit rechnen.

In Großbritannien zum Beispiel beträgt diese durchschnittlich 18 Monate. Mit einer beispiellosen Aktion soll hier Abhilfe geschaffen werden: Allein in den nächsten drei Jahren sollen bereits 3.600 neue Psychotherapeuten in das Gesundheitssystem integriert werden, die besonders darin geschult sind, evidenzbasierte psychologische Behandlungen durchzuführen. Das britische Gesundheitsministerium investiert in diesem Zeitraum Sondermittel in Höhe von 300 Millionen Englischen Pfund, das entspricht 450 Millionen Euro.

Nun hat das Ministerium erste Ergebnisse von Vorstudien über das Großprojekt berichtet. Sie stützen sich auf Untersuchungen mit 3.500 Patienten in den Regionen Newham und Doncaster. Dabei bestätigte sich, dass psychologische Therapien kosteneffizient sind: Mehr als die Hälfte der behandelten Personen konnte durch eine kurze Psychotherapie geheilt werden, weiteren geht es zumindest deutlich besser, und viele arbeitsunfähige oder zeitberentete Personen konnten wieder in den Arbeitsprozess integriert werden.

Außerdem verlaufen die Behandlungen besser, wenn die Betroffenen direkt zum Psychotherapeuten gehen können. Werden die Patienten hingegen durch ihren Hausarzt überwiesen, beginnen sie erst später eine ambulante Therapie; sofern die aktuelle Krankheit bei Behandlungsbeginn erst weniger als sechs Monate lang besteht, liegen die Heilungsraten aber bei über 70 Prozent, während bei einer Erkrankungsdauer von über vier Jahren nur noch etwa die Hälfte der Patienten geheilt werden kann.

Die Lage in Deutschland ist aus Sicht der Patienten kaum besser als in Großbritannien, obwohl 30.000 anerkannte psychologische Psychotherapeuten bei deren Standesvertretung gemeldet sind; hinzu kommen viele ärztliche Psychotherapeuten. Zwar beträgt die durchschnittliche Wartezeit auf eine Psychotherapie in Deutschland nur vier bis sechs Monate, aber auch dies hält Rief für "unerträglich lang, wenn man unter schweren Ängsten leidet, zutiefst verzweifelt ist, wenn Magersucht zu lebensbedrohender Gewichtsabnahme führt, wenn man nicht mehr arbeitsfähig ist oder die Familie auseinander zu brechen droht."

Um die Versorgungssituation zu verbessern, sind Rief zufolge daher auch in Deutschland kürzere und effektivere psychologische Behandlungen notwendig, wie sie in England nun realisiert werden. Während dort die meisten Behandlungen nicht einmal zehn Therapiestunden lang dauern, benötigt in Deutschland schon eine ambulante Kurzzeitpsychotherapie 30 Therapiesitzungen; die häufigeren Langzeittherapien dauern im Mittel 70 Stunden.

Eine verbesserte Versorgungssituation ist deshalb nur zu erreichen, wenn auch die durchschnittliche Behandlungsdauer beim Psychotherapeuten kürzer wird, schreibt Rief. "Während Deutschland in der Vergangenheit vielleicht mit etwas Hohn auf das englische Gesundheitssystem geschaut hat, schauen psychisch Kranke künftig womöglich mit Neid auf die englische Insel", so der Ausblick des Psychologen. "Wer an den psychisch Kranken im Gesundheitssystem spart, spart an der falschen Stelle. Nicht nur, aber auch aus ökonomischen Gründen ist eine adäquate Behandlung zwingend indiziert. Dazu muss sich auch in Deutschland noch vieles ändern."

Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Professor Dr. Winfried Rief,
Fachbereich Psychologie
Tel. 06421 282-3657
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

 
Nur schlecht drauf - oder schon depressiv?

   
Trauer bei Verlusterlebnissen oder eine depressive Stimmung bei schwierigen Lebensumständen gehören zum normalen Auf und Ab des Lebens und stellen eine gesunde Reaktion auf die manchmal bitteren Seiten des Lebens dar. Doch wo hört die depressive Verstimmung auf, und wo fängt eine behandlungsbedürftige Depression an?
Ein Interview mit Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, anlässlich des Internationalen Tages der psychischen Gesundheit am 10. Oktober 2008.
*** Wie viel Depression ist normal?

'Depri' im umgangssprachlichen Sinne ist jeder einmal. Fachleute nennen das 'depressive Verstimmung'. Solche Phasen gehören genauso zum Leben dazu wie z.B. 'Schmetterlinge im Bauch' oder ähnliche Glücksgefühle. Dennoch ist die Grenzziehung zwischen einer depressiven Verstimmung und einer behandlungsbedürftigen Depression sehr wichtig, wenn auch nicht unbedingt einfach. Wird sie aber nicht getroffen, werden an einer Depression erkrankte Menschen in ihrem Leiden nicht ernst genommen. Die Folgen können verhehrend sein.

***Können Sie das bitte näher erläutern?

Leider wird die Depression häufig noch immer unterschätzt, dabei ist sie ist eine ernsthafte, nicht selten auch lebensbedrohliche Erkrankung, die mit einem größeren Leidensdruck einhergeht als die meisten anderen Erkrankungen. Für viele Betroffene ist der Zustand so unerträglich, dass sie sich wünschen, einzuschlafen und nicht mehr aufzuwachen. Aus ihrer Verzweiflung heraus tragen sie sich nicht selten mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen.

*** Wie erkenne ich denn, ob ich an einer Depression leide?

Liegen neben einer ausgeprägten gedrückten Stimmung eine Reihe weiterer Krankheitszeichen vor - und zwar mindestens über einen Zeitraum von zwei Wochen - deutet dies auf eine behandlungsbedürftige Depression hin. Hierzu zählen zum Beispiel eine tiefsitzende Unfähigkeit, irgendwelche Freude zu empfinden, bleierne Schwere und Kraftlosigkeit, Schlafstörungen, übertriebene Schuldgefühle und Grübelzwang. Auch unterschiedliche körperliche Beschwerden oder Appetitstörungen mit Gewichtsverlust können Krankheitszeichen einer Depression sein.

*** Was kann ich tun wenn ich bei mir eine Depression vermute? An wen kann ich mich wenden?

Wenn Sie glauben depressiv zu sein, sollten Sie unbedingt den Arzt aufsuchen. Wichtig ist, dass eine Depression rechtzeitig erkannt und konsequent behandelt wird. So kann das Schlimmste vermieden werden. Leider ist dies derzeit nur bei jeder zehnten Depression der Fall. Haben Sie zu ihrem Hausarzt ein vertrauensvolles Verhältnis, können Sie zu diesem gehen. Darüberhinaus sind Fachärzte, also Psychiater oder Neurologen, oder psychologische Psychotherapeuten die richtigen Ansprechpartner. Eine erste Einschätzung liefert auch ein Selbsttest auf den Internet-Seiten des Kompetenznetzes Depression unter www.kompetenznetz-depression.de.

*** Wie werden Depressionen behandelt?

Depressionen lassen sich gut behandeln, den meisten Patienten kann geholfen werden. Mit der Pharmakotherapie und bestimmten psychotherapeutischen Verfahren wie der sogenannten kognitiven Verhaltenstherapie gibt es heute wirksame Behandlungsmöglichkeiten.

*** Wir haben jetzt Herbst, es ist dunkel, die Tage sind kurz. Haben Sie Tipps, wie man gedrückter Stimmung vorbeugen kann?

Gut ist, regelmäßig Sport zu treiben, idealerweise an der frischen Luft. Wichtig ist auch, soziale Kontakte zu pflegen und sich nicht zu sehr zurückzuziehen. Einfach ein bisschen auf sich achten, angenehme Dinge machen und sich bewusst Gutes tun sowie nicht zu lange zu schlafen, das ist sicher ein probates 'Rezept', um gut gelaunt durch die dunklere Jahreshälfte zu kommen.

Prof. Dr. Ulrich Hegerl ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Universität Leipzig, Sprecher des Kompetenznetzes Depression, Suizidalität sowie Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.
Weitere Informationen:
http://www.deutsche-depressionshilfe.de
http://www.kompetenznetz-depression.de

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw- 

 


 

 

 
"Deutsche Angst-Zeitschrift" Heft 41 ist da!
 
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19.07.2008


Die neue Ausgabe der DAZ (Deutsche Angst-Zeitschrift), Heft 41 ist erschienen!


Schwerpunkt des neuen Heftes ist diesmal das Thema "Versagensängst".  Mehr über Bewältigungsstrategien, Furcht vor dem Scheitern und  Leistungsängste sowie weitere Themen sind in diesem Heft zu finden.

Noch mehr über die DAZ und wie sie bestellt werden kann unter 

www.daz-zeitschrift.de

  

   


 
Erstes psychologisches Angst und Panik Video Ratgeber Portal im Internet eröffnet
29.08.08

Es gibt ein großes Angebot von Selbsthilfe-Büchern sowie zahlreiche Informationsseiten und Foren zum Thema Angst und Panikattacken im Internet.

Einen neuen Weg, Informationen für Betroffene und Angehörige bereit zu stellen, gehen die Psychotherapeuten Dr. Doris Wolf und Dr. Rolf Merkle. Die Idee dahinter: ein Video sagt mehr als Tausend Worte und Bilder. Deshalb haben die beiden verhaltenstherapeutisch arbeitenden Psychotherapeuten ein psychologisches Angst und Panik Video Ratgeber Portal unter http://www.expertenrat.info eröffnet.

Das Video Ratgeber Portal wendet sich an Betroffene und Angehörige. Über 150 kostenlose Video Informationen zu Angst- und Panikstörungen stehen 24 Stunden, 7 Tage die Woche, zur Verfügung. Die Bandbreite der Angst Themen reicht von Agoraphobie, über Angst vorm Erröten, Höhenangst und Panikattacken bis hin zu sozialen Ängsten wie Redeangst und Angst vor Ablehnung.

Leicht verständlich und umfassend informieren die Videos über die Symptome, Ursachen, den Teufelskreis der Angst und die Behandlungsmethoden der einzelnen Angststörungen. Checklisten, um selbst herauszufinden, ob man von einer bestimmten Angststörung betroffen ist, allgemeine Informationen über psychologische Zusammenhänge und schriftliche Schritt für Schritt-Selbsthilfe-Informationen runden das Angebot ab.

Wer eine psychotherapeutische Unterstützung sucht, findet eine deutschlandweite Psychotherapeutenliste mit kassenzugelassenen psychologischen Psychotherapeuten. Im angeschlossenen Angst und Panik Forum (www.psychic.de) können sich Betroffene austauschen und Rat einholen. Und Betroffene, die selbst Video Clips zur Angst gedreht haben, können diese auf dem Video Ratgeber Portal veröffentlichen.

Zu finden sind die Video Clips zu den Angst- und Panikstörungen unter: http://www.expertenrat.info

 
Warum Menschen zu Mobbing-Opfern werden
13.09.08
 

Zusammenhang mit früheren Erfahrungen? / Heidelberger Traumaforscher starten online-Studie unter www.mobbing-studie.de

Erhöhen Erfahrungen aus früheren Lebensphasen die Wahrscheinlichkeit, Opfer von Mobbing zu werden? Eine Online-Befragung auf Initiative von Wissenschaftlern der Sektion Psychotraumatologie der Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin des Universitätsklinikums Heidelberg soll dabei helfen, die Faktoren besser zu verstehen, die zum Mobbing führen.

Alle, die selbst Mobbing am Arbeitsplatz erlitten haben oder aktuell erleiden, sind eingeladen, einen Fragebogen unter www.mobbing-studie.de anonym auszufüllen. Die Antworten werden vertraulich behandelt, ein Rückschluss auf Personen ist nicht möglich.

Die Ergebnisse der Studie sollen dazu beitragen, die Situation von Mobbingopfern umfassender zu verstehen und helfen, geeignete Vorsorge- und Therapiemöglichkeiten zu entwickeln. Die Untersuchung wird in Kooperation mit Prof. Dr. Christian Stamov Roßnagel, Professor für Organisationspsychologie an der Jacobs University in Bremen, durchgeführt.

Förderung durch Dietmar-Hopp-Stiftung

"Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, ihre Erfahrungen mit Mobbing detailliert festzuhalten", erklärt Dr. Frank Wagner, Diplom-Psychologe in der Heidelberger Sektion Psychotraumatologie in der Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin. "Die Befragung nimmt nur ca. 20 Minuten in Anspruch, doch kann damit jeder dazu beitragen, die psychischen Folgen von Mobbing besser zu verstehen, sowie deren Therapie wirkungsvoller zu gestalten". Die Studie ist Teil eines interdisziplinären Forschungsprojekts, das von der Dietmar-Hopp-Stiftung gefördert wird.

Mobbing am Arbeitsplatz betrifft einen großen Teil Bevölkerung und hat weitreichende negative Folgen für die Gesundheit wie auch für die berufliche und private Situation des Opfers. Laut Mobbing-Report des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales erkranken fast die Hälfte der Betroffenen psychosomatisch und körperlich. Zu den häufigsten psychischen Erkrankungen zählen Angsterkrankungen und Depressionen, aber auch Kreislauferkrankungen.

Zur Befragung:

 

http://www.mobbing-studie.de

 

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-


 
Neues SeitenDesign
 

Liebe BesucherInnen von Panik-Attacken.de,

wir präsentieren Ihnen zum Frühjahr 2008 das leicht veränderte Design unseres Internetauftrittes.
Eine Umstellung des Systems soll Ihnen den Zugriff auf die Informationen noch flexibler und bequemer machen.

Bei Anmerkungen oder Kritiken zur neuen Seite können Sie uns gerne kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

 

PA-Team

               

01.04.2008


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"Deutsche Angst-Zeitschrift" Heft 40 ist da!
 
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25.03.2008


Die neue Ausgabe der DAZ (Deutsche Angst-Zeitschrift), Heft 40 ist erschienen!


Schwerpunkt des neuen Heftes ist diesmal das Thema "Sorgenkrankheit".  Mehr über Entstehung, Symptome und Therapien zu dieser generalisierten Angststörung, zum endlosen Grübeln und ein Erfahrungsbericht sowie weitere Themen sind in diesem Heft zu finden.

Noch mehr über die DAZ und wie sie bestellt werden kann unter 

www.daz-zeitschrift.de

  

   


 
Wenn vor Angst das Blut in den Adern gefriert

10.05.08

Panische Angst lähmt nicht nur den Körper, sie kann auch das Blut zum Stocken bringen: Menschen mit einer ausgeprägten Angststörung neigen eher zu einer erhöhten Blutgerinnung als psychisch Gesunde, zeigt eine Untersuchung von Medizinern der Universität Bonn. Dies könnte erklären, warum Angstpatienten ein bis zu viermal so großes Risiko haben, an einer Herzerkrankung zu sterben.

"Mir gefriert das Blut in den Adern" - diese häufig gebrauchte Redewendung ist nach neuesten Untersuchungen wörtlicher zu nehmen, als so manchem lieb sein wird. Denn starke Angst und Panikgefühle können tatsächlich unser Blut zum Gerinnen bringen und damit das Risiko einer Thrombose oder eines Herzinfarktes erhöhen.

Frühere Studien hatten schon gezeigt, dass Stress und auch Angst die Gerinnung beeinflussen können. Diese Studien stützen sich allerdings fast nur auf Fragebögen bei gesunden Menschen. Dagegen untersuchte das Bonner Forscherteam um Franziska Geiser von der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Ursula Harbrecht vom Institut für Experimentelle Hämatologie und Transfusionsmedizin nun erstmals sehr differenziert die Gerinnung bei Angstpatienten.

Jeder Mensch hat dann und wann mal Angst - bei der Mathearbeit zu versagen, in den dunklen Keller zu gehen oder ganz allgemein vor der Zukunft. Bei manchen Menschen lösen aber ganz normale Alltagssituationen große Ängste aus. Zum Beispiel bekommen Menschen mit Agoraphobie in dichten Menschenmengen häufig regelrechte Panikattacken. Die Symptome können dramatisch sein: Herzrasen, Schweißausbrüche, Zittern, Angst, ohnmächtig zu werden oder gar zu sterben. Eine weitere häufige Angststörung stellt die soziale Phobie dar. Dabei fürchten sich die Betroffenen vor allem davor, in Gruppen im Mittelpunkt zu stehen, zu stottern oder zu erröten. Und weil sie sich nicht blamieren wollen, ziehen sich Menschen mit sozialer Phobie oft ins eigene Haus zurück.

Die Mediziner verglichen solche Patienten, die unter einer ausgeprägten Form einer Panikstörung oder einer sozialen Phobie leiden, mit einer gesunden Kontrollgruppe. Um den Einfluss von Faktoren wie Alter und Geschlecht möglichst gering zu halten, wurde für jeden der 31 Angstpatienten eine entsprechend gesunde Person gleichen Alters und gleichen Geschlechts ausgewählt. Zunächst wurde den Probanden Blut abgenommen, bevor sie einige Testaufgaben am Computer bewältigen mussten. Danach erfolgte eine zweite Blutentnahme. Die Auswertung des Blutes auf verschiedene Gerinnungsfaktoren hin ergab: Bei den Angstpatienten war das Gerinnungssystem deutlich stärker aktiviert als das der gesunden Kontrollgruppe.

Normalerweise halten sich im Gerinnungssystem zwei gegenläufige, lebensnotwendige Mechanismen in etwa die Waage: Bei der Koagulation verdickt das Blut, ein Blutpfropf entsteht, und der dichtet etwaige Verletzungen ab. Die so genannte Fibrinolyse dagegen macht das Blut flüssig und löst den Blutpfropf wieder auf. Bei den Angstpatienten beobachteten die Forscher bei genauerer Analyse aber eine Aktivierung der Koagulation bei gleichzeitiger Hemmung der Fibrinolyse. Dabei war bis auf den Piks bei der Blutabnahme ja gar keine "echte" Verletzung vorhanden. So gerät das Gerinnungssystem in eine Schieflage, und die Gerinnungsneigung erhöht sich - möglicherweise mit gefährlichen Folgen, die im Extremfall bis zur Verstopfung einer Herzkranzarterie reichen können.

Die verstärkte Gerinnungsneigung könne der "missing link" sein, warum Angstpatienten statistisch gesehen ein um den Faktor 3-4 erhöhtes Risiko haben, an einer Herzerkrankung zu sterben. "Das heißt natürlich nicht, dass alle Patienten mit einer ausgeprägten Angststörung nun Angst haben müssen, einen Herzinfarkt zu erleiden. Die ermittelten Gerinnungs-Werte waren stets im physiologischen Bereich, also ohne akute Gefahr", erläutert Studienleiterin Franziska Geiser. Eine tatsächliche Gefährdung ergebe sich erst, wenn andere Risikofaktoren dazu kämen, wie z.B. Rauchen und Übergewicht.

Die Privatdozentin hat für Angstpatienten aber auch eine ermutigende Botschaft. Denn eine Folgestudie liefert erste Hinweise darauf, dass die Gerinnungsaktivierung bei den Patienten nach einer erfolgreich verlaufenden Therapie rückläufig ist. In diesem Zusammenhang mahnt Dr. Geiser an, dass Angststörungen insgesamt immer noch zu spät diagnostiziert würden. Eine wirksame Psychotherapie erfolge oft erst zu spät. "Es gibt ja auch Programme für die Bevölkerung, um mit dem Rauchen aufzuhören oder Sport zu treiben. Wenn man insgesamt die Zahl der Herzstörungen vermindern will, macht es dann auch Sinn, Angststörungen besser zu diagnostizieren und zu behandeln".

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-


 
Neuer Forschungsverbund (Sopho-Net) untersucht soziale Phobie

 

Forschungsprojekt will Erkennung und Behandlung der sozialen Angst verbessern - Teilnehmer in Mainz können sich an zwei Ambulanzen wenden

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und das Universitätsklinikum nehmen mit zwei Einrichtungen an einem groß angelegten Forschungsprojekt zur Untersuchung und Therapie der sozialen Phobie teil. Bei der sozialen Phobie handelt es sich um eine Angststörung, die ungefähr 15 Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens entwickeln. Ohne Behandlung ist der Verlauf oft chronisch. Durch Psychotherapie ist die soziale Angst jedoch sehr gut behandelbar. Der Forschungsverbund "Sopho-Net" ist ein Zusammenschluss mehrerer Universitätseinrichtungen, der mit finanzieller Förderung des Bundes die Erforschung der sozialen Phobie und eine Verbesserung der Behandlung zum Ziel hat. Das Projekt ist im ersten Abschnitt zunächst auf drei Jahre angelegt. An der Johannes Gutenberg-Universität sind daran die Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Manfred E. Beutel und die Poliklinische Institutsambulanz für Psychotherapie unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hiller beteiligt.

Menschen mit sozialen Ängsten vermeiden es, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Sie erleben sich im Umgang mit anderen Menschen als deutlich gehemmt oder befangen oder haben den Eindruck, durch Leistungsdruck stärker beeinträchtigt zu sein als andere. In den gefürchteten Situationen oder auch schon beim Gedanken daran treten Ängste auf, die sich bis zur Panik steigern können. Häufig gehen damit körperliche Symptome wie zum Beispiel Zittern, Erröten, Schwitzen, Magen- oder Darmprobleme einher. Die Betroffenen versuchen, die gefürchteten Situationen möglichst zu vermeiden - oder ertragen sie mit einem starken Unbehagen. Diese als "soziale Angst" oder "soziale Phobie" bezeichnete Erkrankung ist vergleichsweise häufig: Etwa 15 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen entwickeln irgendwann in ihrem Leben eine Angststörung.

Der Forschungsverbund zur Psychotherapie der sozialen Phobie "Sopho-Net" will dazu beitragen, die Erkrankung besser zu erkennen und die Behandlung zu optimieren. Insbesondere sollen zwei bereits etablierte Therapieverfahren miteinander verglichen werden. Es haben sich dazu verschiedene Universitätseinrichtungen in Bochum, Dortmund, Dresden, Erfurt, Göttingen, Jena, Leipzig und Mainz zusammengeschlossen. Im Rahmen des Forschungsprojektes erhalten Betroffene, die an der Studie teilnehmen, die Möglichkeit einer qualifizierten Kurzzeitbehandlung im Rahmen von 25 Stunden. Erfahrene und speziell geschulte Therapeuten werden dabei wissenschaftlich überprüfte und wirksame Therapieverfahren einsetzen. Neben einer ausführlichen Diagnostik zu Beginn der Behandlung werden auch die Therapie und der weitere Verlauf wissenschaftlich begleitet.

Mit der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und der Poliklinischen Institutsambulanz für Psychotherapie verfügt die Johannes Gutenberg-Universität über zwei Einrichtungen, die sich aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung bestens für die Teilnahme an dem Projekt qualifizieren und den Betroffenen als kompetenter Partner bei der Bewältigung der Erkrankung zur Verfügung stehen. "Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und kognitive Verhaltenstherapie sind die am weitesten verbreiteten und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit am besten untersuchten Psychotherapieverfahren, die sich auch bei Angststörungen als hilfreich erwiesen haben", erläutert Univ.-Prof. Manfred E. Beutel. "Wir können heute davon ausgehen, dass in den meisten Fällen die soziale Phobie bereits durch eine Kurzzeittherapie mit 25 Stunden geheilt oder zumindest erheblich gebessert werden kann", führt Univ.-Prof. Wolfgang Hiller aus.

"Vermeiden Sie es im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen? Erleben Sie sich im Umgang mit anderen Menschen als deutlich gehemmt und befangen? Haben Sie den Eindruck, dass Sie durch Leistungsdruck stärker beeinträchtigt werden als andere?" Wer eine dieser Fragen mit "ja" beantwortet, könnte an sozialer Angst leiden. Betroffene können sich Klarheit darüber verschaffen, ob sie einfach sensibler sind als andere oder ob sie an einer behandelbaren Störung leiden, indem sie an der Untersuchung von "Sopho-Net" teilnehmen. Die beiden Einrichtungen in Mainz versuchen, Termine für Erstgespräche mit möglichst kurzer Wartezeit zu vereinbaren. Interessenten wenden sich an die Ambulanz der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Tel. 06131 17-2999, oder an die Institutsambulanz für Psychotherapie der Universität Mainz, Tel. 06131-39-24621.

Weitere Informationen:

http://www.sopho-net.de/

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-


 
Horror vor der Zahnbehandlung

Verhaltenstherapie bei Zahnbehandlungsangst erfolgreich - Studie untersucht Verbindung zu Blut-, Spritzen- und Verletzungsphobie

(Mainz, 30. April 2008) Für so manchen gehört der Besuch beim Zahnarzt zu den lästigen Pflichten, denen man von Zeit zu Zeit und manchmal auch notgedrungen nachkommen muss. Für einige Menschen aber ist schon der bloße Gedanke an den Zahnarztstuhl oder den Geruch in der Praxis der reinste Horror. Menschen mit Zahnbehandlungsangst halten Zahnschmerzen oft jahrelang aus, versuchen sie vor anderen zu verbergen und bekämpfen sie mit Schmerzmitteln. Wenn sich der Zustand der Zähne weiter verschlechtert, wird die Hürde, zum Zahnarzt zu gehen oder überhaupt nur einen Termin auszumachen, noch höher und ein Teufelskreis beginnt - das müsste jedoch nicht sein. "Mit einer Verhaltenstherapie und in Zusammenarbeit mit geschulten Zahnärzten können wir heute die Dentalphobie sehr gut behandeln", sagt Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hiller vom Psychologischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. "Auch, wenn sie in Kombination mit anderen Problemen auftritt." Einer Studie zufolge, ist für Menschen mit einer sogenannten Blut-, Spritzen und Verletzungsphobie die Angst vor dem Zahnarzt besonders groß.

In Deutschland leben laut Schätzungen rund 12 Millionen Menschen unter Dentalphobie, wie die Zahnbehandlungsangst auch genannt wird. Sie gehen entweder gar nicht oder nur mit extrem großer Angst zum Zahnarzt. Viele von ihnen haben bis zum ersten Besuch bei einem Arzt oder einer therapeutischen Praxis einen jahrelangen Leidensweg hinter sich, der von Rückzug und gesellschaftlicher Isolation, Verheimlichungen vor der Familie, Ängsten im Beruf bis hin zu Selbstmordgedanken geprägt sein kann. Auch zahnarzterprobten Patienten steht beim Bohren, Schleifen und Spritzen schon mal der Schweiß auf der Stirn. Für Dentalphobiker kann bereits der Griff zum Telefon, um einen Arzttermin auszumachen, eine unüberwindliche Hürde sein. Das Vermeidungsverhalten mündet oft in einen Angstkreislauf, der dazu führt, dass Patienten zehn, gar zwanzig Jahre lang keinen Zahnarzt aufsuchen und die ständigen Zahnschmerzen mit Tabletten oder Alkohol bekämpfen.

Aus früheren Untersuchungen in Bochum ist bekannt, dass junge Leute mehr Angst haben vor dem Zahnarzt als ältere und Frauen mehr als Männer, wobei meist ein früheres schmerzhaftes Erlebnis beim Zahnarzt die Ursache dafür ist. In ungefähr einem Viertel der Fälle geht die Zahnbehandlungsangst auch mit der Angst vor Spritzen einher, wie eine Diplomarbeit von Maria Weigel an der Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie des Psychologischen Instituts in Mainz zeigte. Menschen mit einer Blut-, Spritzen- und Verletzungsphobie empfinden die angstauslösenden Reize der Zahnbehandlungsangst noch stärker als andere Dentalphobiker. Bei der Studie wurden 132 Frauen und 68 Männer zwischen 18 und 80 Jahren befragt. 25 bis 30 Prozent dieser Befragten, so zeigte sich, konnten den Zahnarzt nicht angstfrei besuchen.

Mit Hilfe einer Verhaltenstherapie kann die Angst überwunden und der Kreislauf aus Vermeidungsverhalten und immer größeren Zahnproblemen durchbrochen werden. Der Patient oder die Patientin geht dabei zunächst gemeinsam mit dem Therapeuten der Frage nach, wie die Zahnbehandlungsangst entstanden ist und aufrechterhalten wurde. "Am Anfang steht eine genaue Anamnese und Verhaltensanalyse", erklärt Hiller. "Wann war der Patient zuletzt beim Zahnarzt? Wie hat er das erlebt? Welches Vermeidungsverhalten zeigt er? Was stört ihn beim Zahnarztbesuch besonders?" Anhand der Antworten stellt der Therapeut eine Angsthierarchie auf, an der die verhaltenstherapeutische Behandlung ansetzt: Der Patient wird nach und nach mit verschiedenen angstauslösenden Situationen konfrontiert, wie dem Betrachten und später dem Berühren eines Zahnarztbesteckes, und lernt so, sich der Angst auszusetzen. Ist der Patient dazu bereit, folgt der Gang in die Zahnklinik, zuerst vielleicht nur als Zuschauer und später dann zur eigenen Behandlung - mit Erfolg, wie die Fälle an der Poliklinischen Institutsambulanz der Universität Mainz zeigten.

Literatur:
Maria Weigel: Der Zusammenhang zwischen Zahnbehandlungsphobie und Blut-, Spritzen- und Verletzungsphobie ( 2007)

Kontakt und Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hiller
Psychologisches Institut
Abt. Klinische Psychologie und Psychotherapie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. 06131 39-22344
Fax 06131 39-24623
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Weitere Informationen:

http://www.klinische-psychologie-mainz.de/

 

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-

 
Spinnenphobie - Die Angst vor Achtbeinern

Bei einer Spinnenphobie wird die Spinne zum Feind, auf den sich die übermächtig gewachsene Angst konzentriert. Manche Phobiker schränken sich im Alltag stark ein, um unter allen Umständen den Anblick von Spinnen zu vermeiden. Die Psychologin Svenja Tan Tjhen untersucht in einer Studie, wie Spinnenphobiker durch wenige Therapiesitzungen am besten darauf vorbereitet werden können, ihre krankhafte Angst in den Griff zu bekommen. Kurzzeitintervention gegen Spinnenphobie wird in einer Forschungsstudie getestet

Viele Menschen finden Spinnen hässlich oder eklig, gruseln sich vielleicht auch ein wenig. Nicht wenige aber leiden sogar unter einer krankhaften Angst, einer sogenannten Phobie, vor den in Deutschland in der Regel völlig harmlosen Tieren. "Phobiker entwickeln typischerweise ein starkes Vermeidungsverhalten", sagt Svenja Tan Tjhen vom Psychologischen Institut der Universität Tübingen. "Um möglichst keiner Spinne zu begegnen, würden viele Phobiker nicht ins Erdgeschoss ziehen oder in freier Natur campen. Viele Reiseländer fallen natürlich auch weg." Die Einschränkungen im Alltag können sich zu einer unerträglichen Belastung auswachsen. Bei manchen Phobikern löse schließlich schon der Anblick einer Mücke oder einer spinnenähnlichen Maserung im Holz Angst, Panik und Fluchtreflexe aus, berichtet Svenja Tan Tjhen. Sie untersucht in ihrer Doktorarbeit, wie sich die Spinnenphobie durch Kurzzeitbehandlungen mit Entspannung besser in den Griff bekommen lässt. Für die Forschungsstudie haben sie und ihre Kollegen 60 Spinnenphobikerinnen ausgewählt, die weder rauchen noch Hormone oder Medikamente einnehmen. Da in der Untersuchung auch zahlreiche physiologische Daten wie bestimmte Hormongehalte im Speichel erhoben werden, müssen die Teilnehmer vergleichbare Voraussetzungen mitbringen. Die mehrjährige Studie soll innerhalb der kommenden zwei Jahre abgeschlossen werden.

Man gehe davon aus, dass fast zehn Prozent der Menschen unter einer Phobie leiden, sagt Svenja Tan Tjhen. "Unter den Tierphobien sind die gegen Schlangen und Spinnen die häufigsten. Und unter einer Spinnenphobie leiden deutlich mehr Frauen als Männer", sagt sie. Manche Studienteilnehmerinnen haben ihr erzählt, dass sie die Aufrufe für die Tübinger Studie aus der Zeitung ausgeschnitten und viele Monate lang aufbewahrt haben, bevor sie sich getraut hätten anzurufen. Dabei ist die Schwelle bewusst niedrig gelegt: "Wir arbeiten nur mit Imagination, die Frauen müssen keine echten, lebenden Spinnen ansehen oder anfassen", erklärt die Psychologin Svenja Tan Tjhen. Sie testet zunächst, ob es sich bei der Spinnenangst tatsächlich um eine Phobie handelt, die das Leben stark einschränkt, oder eher nur um ein Unbehagen im Umgang mit den Achtbeinern.

Die Studie ist auf fünf bis sechs Jahre angelegt, weil jede Teilnehmerin einzeln eine Woche am Psychologischen Institut verbringt. "Am ersten und am letzten Tag sind die Teilnehmerinnen jeweils den ganzen Tag im Labor. Während wir ihnen verschiedene Bilder zeigen, messen wir den Puls und die Hautleitfähigkeit, nehmen immer wieder Speichelproben, um zum Beispiel den Cortisolgehalt zu bestimmen." Diese Werte geben Aufschluss über körperliche Reaktionen wie Anspannung oder Angst. Bei Rauchern werde das Cortisol mit einem ganz anderen Muster über den Tag ausgeschüttet als bei Nichtrauchern, daher müssen Raucherinnen bei der Studie ausgeschlossen werden. Außerdem geben die Studienteilnehmerinnen mithilfe von Fragebögen an, wie stark sie subjektiv ihr Angstempfinden einschätzen. In den fünf Tagen zwischen den Laboruntersuchungen findet täglich jeweils eine Stunde lang eine Kurzzeitintervention statt: Diese beginnt mit einem Entspannungstraining im bequemen Sessel. Wenn die Frauen entspannt sind, sollen sie sich eine handtellergroße Spinne vorstellen, die zunächst in fünf Meter Entfernung sitzt, sich dann nähert, auf den Fuß krabbelt, bis zum Knie und von dort ihren Weg zurück nimmt. "Für Laien klingt das harmlos, aber Phobiker wissen, dass eine solche Situation stark angstauslösend ist", sagt die Psychologin. "Die Angst muss bei einer Phobie kommen, damit sie auch wieder gehen kann - das ist ein schon lange bekannter verhaltenstherapeutischer Ansatz." Schon am letzten Tag der Therapiewoche lasse sich häufig eine Besserung des Angstempfindens feststellen, sagt Svenja Tan Tjhen. "Die Belastung sollte man dennoch nicht unterschätzen." Für vergleichende Kontrolluntersuchungen wurde ebenfalls eine Gruppe von 60 Frauen ausgesucht, deren Altersstruktur an die der Spinnenphobikerinnen angepasst ist.

"Die Konfrontationstherapie an sich ist keine neue Erfindung", sagt die Psychologin. "Wir untersuchen hier die Effizienz einer bestimmten Variante mit den Kurzzeitinterventionen, die sich nach unseren positiven Befunden als Standardbehandlung für Spinnenphobiker eignen würde." Svenja Tan Tjhen betont jedoch, dass die Spinnenphobikerinnen nach der einen Behandlungswoche nicht als geheilt gelten können. "Wir geben ihnen nur das Werkzeug an die Hand, um selbst weiterarbeiten zu können. Jede legt selbst fest, wie weit sie dann gehen will." Ziel sei es, den Phobikerinnen ein erträgliches Alltagsleben zu ermöglichen. Prinzipiell ließen sich die Studienergebnisse auch auf die Behandlung anderer Phobien anwenden. Die zahlreichen Rückmeldungen zur Tübinger Therapie seien praktisch durchweg positiv. "Manche erzählen stolz, dass sie es geschafft haben, selbst ein Glas über eine Spinne zu stülpen und sie nach draußen zu befördern."

Die meisten Menschen mit krankhafter Spinnenangst leiden darunter seit der Kindheit, seit der Kindergarten- oder Grundschulzeit. In dieser Zeit sei es oft noch möglich, eine echte Phobie abzuwenden. "Angst wird schnell gelernt, das ist ja prinzipiell auch sinnvoll. Wenn die Eltern von der Spinnenangst des Kindes kein Aufhebens machen, negative Reaktionen auf Spinnen ignorieren, sich selbst nicht fürchten oder ekeln, kann sich eine beginnende Phobie wieder legen." Wenn sich die Spinnenphobie voll entwickelt hat, richtet der Mensch oft das Leben so aus, dass er möglichst keiner Spinne begegnet. Viele Spinnenphobiker gehen zum Beispiel nicht mehr in den Keller. "In solchen Situationen sind sie auf Partner, Eltern, Freunde oder Nachbarn angewiesen, die bestimmte Dinge für sie übernehmen oder die Spinnen vorbeugend für sie entfernen." Svenja Tan Tjhen erzählt, dass ihr berichtet wurde, dass manche Phobiker sogar erst von anderen die Zeitung durchsehen lassen, falls zufällig ein Spinnenbild abgedruckt ist. Und wenn eine Spinne zu beseitigen ist, haben einzelne Studienteilnehmerinnen wohl auch schon einmal die Polizei gerufen. Wer ein funktionierendes schützendes Netzwerk hat, das das Vermeidungsverhalten effizient stützt, empfinde teilweise auch gar kein Bedürfnis, etwas gegen die Phobie zu unternehmen. "Zu uns kommen eigentlich nur Phobikerinnen, die mit ihrer Phobie nicht mehr klarkommen, etwa weil der Lebenspartner nicht bereit ist, das Vermeidungsverhalten mitzumachen."

Für Spinnenphobiker sei sie oft die erste Anlaufstelle, berichtet Svenja Tan Tjhen. Wegen der festen Studienvoraussetzungen konnten nicht alle Interessenten an der Spinnenstudie teilnehmen, aber sie habe diesen Menschen mit Informationen über Hilfsangebote von anderen Seiten helfen können. Die Psychologin rät unbedingt davon ab, selbst Versuche mit einer Konfrontationstherapie zu unternehmen. "Die Konfrontation muss in einem geschützten Raum stattfinden. Der Phobiker muss Vertrauen haben, dass nichts Unerwartetes passiert", sagt sie. "Wer sich der Spinne mit Absicht aussetzt und dann doch fluchtartig den Raum verlässt, erreicht eher das Gegenteil." Ein misslungener Behandlungsversuch könne die Phobie sogar verstärken.


Nähere Informationen:

Svenja Tan Tjhen
Psychologisches Institut - Abt. Klinische und Entwicklungspsychologie
Christophstraße 2
72072 Tübingen
Tel. 0 70 71/2 97 71 83
Fax 0 70 71/29 52 19
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Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-


 
Neurowissenschaftler beschreiben Mechanismen der Handlungskontrolle bei Zwangsstörungen
Zwangsstörungen sind psychische Störungen, bei denen Gedanken und Handlungen sich entgegen eigener Einsicht immer wieder neu aufdrängen. Schwer betroffene Patienten verwenden einen Großteil ihrer Tageszeit damit, ihre Handlungen zu kontrollieren und vermeintlich falsches Verhalten zu vermeiden. Welche Kerngebiete an diesen Kontrollmechanismen beteiligt sind, haben Neurowissenschaftler der Universitäten in Magdeburg und Köln untersucht. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt im Fachjournal "frontiers in human neuroscience" (doi:10.3389/neuro.09/011.2007).

Das Team um die Magdeburger Hirnforscher Professor Dr. Thomas F. Münte (Abteilung Neuropsychologie) und Professor Dr. Hans-Jochen Heinze (Universitätsklinik für Neurologie II) sowie den Neurochirurgen Professor Dr. Volker Sturm von der Universität zu Köln untersuchte die Nervenzellaktivität bei einem 39jährigen Mann, der seit seinem elften Lebensjahr unter einem krankhaften Waschzwang und quälenden, sich ständig wiederholenden Gedanken litt. Bei ihrer Arbeit konzentrierten sich die Neurowissenschaftler auf ein kleines Hirnareal in der Nähe des Hirnstamms, tief unterhalb der Großhirnrinde. Die Nervenzellen im so genannten Nucleus accumbens sind aktiv an der Kontrolle von Handlungen, Lernprozessen und der Entstehung von Süchten beteiligt. Bei Menschen, die an Zwangsstörungen leiden, sind diese Nervenzellen besonders aktiv. Seit sieben Jahren ist es prinzipiell möglich, diese Überaktivität der Nervenzellen mit Hilfe schwacher Stromimpulse aus implantierten Elektroden zu korrigieren und damit die Leiden der Betroffenen zu lindern. Mediziner bezeichnen dieses Verfahren, das u.a. auch bei der Therapie einer fortgeschrittenen Parkinson-Erkrankungen eingesetzt werden kann, Tiefe Hirnstimulation (engl.: DBS).

Im Rahmen der operativen Vorbereitung einer Tiefen Hirnstimulation haben die Magdeburger Forscher erstmals die Nervenzellaktivität in dem etwa 1 cm großen Teil des Gehirns registriert, während der Patient eine Aufgabe zur Handlungskontrolle durchführte. Im konkreten Fall sollte er mit der rechten oder linken Hand auf Buchstaben reagieren, die ihm auf einem Monitor gezeigt wurden. Machte der Patient einen Fehler, wurde eine entsprechende Veränderung im elektrophysiologischen Muster des Nucleus accumbens beobachtet.

"Die Ergebnisse sind in mehrerer Hinsicht ausgesprochen interessant: Wir können mit unseren Ergebnissen zum einen zeigen, dass innerhalb der Zielregion der Tiefen Hirnstimulation spezifisch der Nucleus accumbens an der Verarbeitung von Handlungsfehlern beteiligt ist", so der Psychologe Dr. Marcus Heldmann von der Klinik für Neurologie II, der die intraoperativen Messungen betreute. "Unsere Daten zeigen, dass zeitlich betrachtet Handlungsfehler in den Basalganglien zuerst kodiert werden, die Verarbeitung solcher Informationen in mediale Strukturen des präfrontalen Kortex aber erst 40 bis 50 Millisekunden später erfolgt."

Dieser Kontrollmechanismus funktioniert bei gesunden Menschen vermutlich in ähnlicher Weise, "allerdings nicht in diesem pathologischen Ausmaß", so Dr. Heldmann. "Für uns sieht es so aus, dass in dem Nucleus accumbens eine Art Gewichtung ein- und ausgehender Informationen anderer Hirnregionen vorgenommen wird. Bei der 'Entdeckung' eines Fehlers wird dementsprechend der Bedeutungsgehalt zu verarbeitender Informationen in diesem Kerngebiet verändert", vermutet der Magdeburger Neuropsychologe.

Mit der Untersuchung, die erstmals am Menschen durchgeführt werden konnte, hoffen die Magdeburger Neurowissenschaftler die Funktion dieser Hirnregion künftig besser verstehen zu können. Das ist eine Voraussetzung, um die Tiefe Hirnstimulation in Zukunft individuell noch genauer zu gestalten.

Zwangserkrankungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen. Schätzungen zufolge sind davon etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung betroffen. Die Therapie mit Medikamenten und Psychotherapien ist langwierig und führt auch nicht immer zum Erfolg.


Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-

 
Angststörungen und Soziale Phobie behandeln

Die wachsende Zahl unbehandelter psychischer Störungen belastet nicht nur die Betroffenen, sondern auch das Gesundheitssystem. Weil im Durchschnitt sieben Jahre vergehen, bis die Betroffenen eine fachgerechte Diagnose erhalten, werden viele Angststörungen chronisch und bringen Folgeerkrankungen mit sich. Umso wichtiger ist es, aus dem vielfältigen Angebot des Psychomarkts eine effiziente Therapie herauszusuchen. Die Frankfurter Verhaltenstherapie-Ambulanz fand jetzt heraus, dass die Verhaltenstherapie bei der Behandlung sozialer Phobien den Betroffenen nach eigener Einschätzung mehr hilft als die Interpersonelle Psychotherapie.

Jährlich erkranken 27 Prozent der EU-Bevölkerung an mindestens einer psychischen Störung. Direkt oder indirekt ist darauf die Mehrzahl der Arbeitsunfähigkeitstage in der EU zurückzuführen. Die dadurch verursachten Kosten belaufen sich europaweit auf etwa 300 Milliarden Euro. An der Universität Frankfurt erforschen Psychologen in der 1999 gegründeten Verhaltenstherapie-Ambulanz neue Wege zur Behandlung der häufigsten psychischen Störungen - und zwar praxisnah in der Arbeit mit Betroffenen, wie sie in der neuen Ausgabe von "Forschung Frankfurt" berichten.

"Nur 26 Prozent der Menschen mit einer psychischen Störung erhalten zumindest eine minimale Intervention, etwa in Form eines kurzen Gesprächs mit dem Hausarzt", zitiert Ambulanzleiter Dr. Alexander Noyon aus einer aktuellen Studie von Hans-Ulrich Wittchen und Frank Jacobi zur defizitären Versorgungslage bei psychischen Erkrankungen, "im Durchschnitt vergehen sieben Jahre, bevor eine erste fachgerechte Diagnose erstellt wird." Dabei verhält es sich mit psychischen Störungen ähnlich wie mit physischen Leiden: 40 Prozent der Fälle verlaufen chronisch und bringen zunehmend Komplikationen mit sich, wie körperliche Folgeschäden, massive Leistungseinbußen und eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, weitere psychischen Störungen zu entwickeln.

Wie kann den Betroffenen am besten geholfen werden? Wie lässt sich der Erfolg einer Therapie wissenschaftlich überprüfen? Die Stärken der verhaltenstherapeutischen Methode sind unlängst in einem Projekt zu Sozialen Phobien, einer Untergruppe der Angststörungen, evaluiert worden. Die kürzlich abgeschlossene Studie verglich die Wirksamkeit von kognitiver Verhaltenstherapie und Interpersoneller Psychotherapie bei Personen, die unter Sozialen Phobien litten. "Nach Einschätzung von unabhängigen Beurteilern, die keine Information über die Behandlung hatten, in dieser Hinsicht also 'blind' waren, zeigten in der Kognitiven Verhaltenstherapie 70 Prozent sowohl unmittelbar nach der Therapie als auch ein Jahr später eine deutliche Verbesserung, während es in der Interpersonellen Psychotherapie 41 Prozent beziehungsweise 37 Prozent waren.", so Professor Ulrich Stangier, Leiter der Studie. Danach würden die Ergebnisse nahe legen, kognitive Verhaltenstherapie als Methode der Wahl bei Sozialen Phobien zu empfehlen.

Eines der wichtigsten Kriterien für den Erfolg einer Therapie ist nämlich die durch die Behandlung eingetretene Verbesserung. Wie in dem Artikel in "Forschung Frankfurt" beschrieben, zeigen sich dazu in der Verhaltenstherapie-Ambulanz auch in Bezug auf andere Angststörungen erfreuliche Ergebnisse: 32 Prozent der behandelten Patienten berichten, ihre Symptomatik habe sich stark gebessert, bei 47 Prozent hat sie sich gebessert. Neben diesem Prä-Post-Vergleich ist natürlich auch die Dauerhaftigkeit der eingetretenen Besserung von großer Bedeutung. Ein aktuelles Forschungsprojekt der Frankfurter Verhaltenstherapie-Ambulanz widmet sich dieser Fragestellung im Rahmen einer sogenannten Katamneseuntersuchung, deren erste aussagekräftige Ergebnisse im Jahr 2008 erwartet werden.


Kontakt:
Dr. Alexander Noyon, Institut für Psychologie, Campus Bockenheim
Verhaltenstherapie-Ambulanz, Postfach 11 19 32, Fach 120
Tel.: 069/798-23534, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

 

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-

 
Durch Augenbewegung die Angst vor dem Zahnarzt überwinden

Münster (ukm). Endlich wieder zum Zahnarzt gehen zu können, das ist das Behandlungsziel einer Studie, die der Bereich Psychosomatik in der Zahnheilkunde an der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik am Universitätsklinikum Münster (UKM) durchführt. Was den meisten Menschen unangenehm, aber notwendig erscheint, stellt für rund elf Prozent der Bevölkerung eine unüberwindbare Hürde dar: Der Gang zum Zahnarzt. Diese Menschen leiden unter einer so genannten Zahnbehandlungsphobie. "Studien belegen, dass wir bei einem Großteil der Betroffenen eine solche Phobie mit drei bis vier psychotherapeutischen Sitzungen zumindest erheblich lindern können, so dass eine Zahnarztbehandlung für die Betroffenen wieder möglich wird", erklärt Universitätsprofessor Dr. Stephan Doering, Psychosomatiker und wissenschaftlicher Leiter der Studie.

Wissenschaftler fanden heraus, dass Patienten mit einer krankhaften Angst vor der Zahnbehandlung sehr oft eine für sie belastende Situation bei einem Zahnarztbesuch - meist in der Kindheit - erlebt haben. Darüber hinaus zeigt ein Teil der Betroffenen einige der Symptome, die auch Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung haben. Diese Menschen leiden unter Alpträumen, die Erinnerung an die traumatisierende Situation läuft plötzlich und unkontrolliert immer wieder vor dem inneren Auge ab, Reizbarkeit und Ängstlichkeit verstärken sich über die Jahre. Die Folge: Alles, was mit der Belastung zu tun hat, wird vermieden. Relativ erfolgreich behandelbar sind solche Traumaerfahrungen mittels EMDR-Therapie (Eye Movement Desensitization and Reprocessing). Dabei geht es darum, die beiden Gehirnhälften mittels Augenbewegungen abwechselnd zu stimulieren, nachdem zuvor die traumatischen Erinnerungen hervorgerufen wurden. Und genau diese Form der Traumabehandlung, die seit Kurzem als psychotherapeutisches Verfahren von den Krankenkassen anerkannt ist, machen sich die Wissenschaftler am UKM jetzt zunutze. Denn was Traumapatienten hilft, könnte auch bei Zahnbehandlungsphobie wirken.
30 Betroffene suchen Doering und sein Team jetzt. In drei Sitzungen von jeweils 90 Minuten lernen die Teilnehmer zunächst, sich zu entspannen und das Gefühl innerer Sicherheit zu erleben. Danach folgt das Kernstück der Behandlung, die Erinnerung an die belastende Erfahrung und die Augenbewegungen. Hierzu lässt der Therapeut seinen Finger vor den Augen des Patienten hin und her wandern. Dieser folgt dem Finger mit dem Auge und stimuliert so abwechselnd beide Gehirnhälften. Untersuchungen in Holland haben gezeigt, dass bei den dortigen Patienten die Dramatik der inneren Bilder nachließ, Angst und Panik bauten sich ab, die Vorstellung, zum Zahnarzt zu gehen, verlor schon während der Behandlung an Schrecken.

In Münster erwartet man ähnliche Ergebnisse. Verhaltenstests und Untersuchungen, die die Aktivität der Hirnrinde messen, während der Proband Bildern, Tönen und Gerüchen eines Zahnarztbesuchs ausgesetzt ist, begleiten die mehrwöchige Studie. Nach Abschluss der Behandlung steht ein Besuch in der Zahnklinik an, bei dem eine Zahnreinigung erfolgt. Danach kann - falls nötig - die weitere Zahnbehandlung wieder beim Hauszahnarzt erfolgen. Wichtig für Interessierte zu wissen: Die Tests können jederzeit abgebrochen werden.
"Wir glauben, dass eine gute Heilungschance besteht, so dass unsere Patienten nach Abschluss der Behandlung wieder zu einem Zahnarzt gehen können", erklärt Doering.


Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-

 
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